In dem Dorf Lohra, welches schon im Jahre 752 urkundlich erwähnt wird,  gab es wohl schon im 9. Jahrhundert an diesem Platz eine Kirche.

Die jetzige Kirche wurde bald nach 1200 als spätromanische Basilika mit Chorraum, Mittelschiff und Seitenschiffen aufgebaut. Die Art des Gewölbes mit diagonal überkreuzten Bögen erlaubt es, die Fertigstellung der Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts anzusetzen. Sie wurde dem Heiligen Martin geweiht.

Zwischen den ärmlichen Hütten aus Holz und Lehm war dieser steinerne Bau für die Menschen ein Hinweis auf die Kraft Gottes: „Eine feste Burg ist unser Gott“. Er kann uns  Schutz und Geborgenheit geben. Hinzu kam die Aussage: „Hier kann man Gott begegnen“.

Der Chorraum mit dem Altar ist die Wohnung Gottes, der Himmel; das Schiff ist der Raum der irdischen Gemeinde. Der Altar hatte wahrscheinlich eine schöne Bilderwand und im Mittelteil das Bild des Gekreuzigten.

Die lutherische Reformation brachte kaum Veränderungen im Kirchenraum. Leider hat dann die calvinische Reform des Landgrafen Moritz um 1600, die keine Bilder duldete, die Altarbilder wie so viele Kostbarkeiten aus hessischen Kirchen entfernen lassen. Das Altarkreuz vom Anfang des 15. Jahrhunderts hat diesen Bildersturm irgendwo versteckt überdauer. Der Querbalken trägt eine Inschrift, die übersetzt heißt:  „In den Armen meines Heilandes Jesu Christi will ich leben und  sterben.“

Im Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 wurde die Kirche verwüstet. Das Epitaph der Familie von Pfarrer Heinrich Fenner (+1656) im südlichen Seitenschiff vermittelt einen bewegenden Eindruck über diese Zeit, „da die Sonne ihren Schein verlor.“

Langsam erholte sich die Gemeinde und die Kirche bekam eine neue Einrichtung. Zwei Emporenreihen im Chor und an der rechten Wand sowie die Männerbühne hinten wurden eingebaut. Auf die obere Empore im Chorraum  wurde 1799 die jetzige Orgel eingebaut. Die korbähnliche Ausbuchtung war der Platz des Organisten. Der Prospekt der Orgel  lässt sich durch schön gestaltete und bemalte Türen verschließen.

1720 wurde der Gladenbacher Kirchenmaler Wilhelm Hermann Werner und seine Werkstatt beauftragt, die Felder an den Emporen auszumalen. Sie zeigen im Chorraum Christus, den guten Hirten und dann die Bilder der Heilsgeschichte bis zur Ausgießung des Geistes.

Im Schiff sind der Reihe nach Jesus und die zwölf Apostel auf der Empore zu sehen. Ganz im Sinne der alten Meister ist in der Mitte, über dem Westausgang das Bild vom Jüngsten Gericht. 

Um 1900 war die Kirche in ihrer bisherigen Form zu klein für die Gemeinde. Man entschloss sich für die Aufstockung des südlichen Seitenschiffs. Zum Mittelschiff hin wurden zwei große Öffnungen gebrochen und so die Kirche um den Raum für etwa 200 Sitzplätze erweitert.

Allerdings konnte man von dem neuerbauten Raum aus das Geschehen am Altar nicht sehen, sondern nur den Pfarrer, wenn er auf die Kanzel stieg. Deshalb brachte man gegenüber der neuen Empore ein großes Bild  an der Wand an. Es ist ein Kreuzigungsbild des Malers Dauber. Das Besondere daran ist, dass es im Hintergrund die Gemeinde Lohra zeigt und dass der römische Hauptmann die Züge des damaligen Pfarrers Bücking trägt und Maria Magdalena die seiner Frau.

Im Zuge dieser Umbauten wurde die Orgel erweitert, der Spieltisch nach unten verlegt und der Chorraum so geordnet, wie er jetzt dasteht.

Der letzte Umbau erfolgte 1955-1956. Die vielen Verzierungen an Gewölben und Bildern wurden entfernt. Das Taufbecken von unter der Kanzel wurde ins nördliche Seitenschiff verlegt und das Bild von Dauber  an diese Ostwand eingepasst. So entstand ein schöner Raum für die Taufen.

Im gegenüberliegenden Seitenschiff wurde im Jahre 2006 ein schwedischer Gebetsleuchter aufgestellt, der regelmäßig zu persönlichem Beten und Gedenken einlädt und der an Tagen öffentlichen 
Gedenkens einen Platz neben dem Altar bekommt.

 

 

Bilder:  Heinrich Böth

Grundriss : Ing. Walter Dörr

Text : Pfr. Herwig Klein nach alten Nachrichten

Gottesdienstzeiten

Kirche Lohra: jeden Sonn- und Feiertag um 10 Uhr

Kirche Damm: monatlich und an den Hochfesten um 11:15 Uhr

Die genauen Termine finden Sie im Amtsblatt der Gemeinde Lohra und im Gemeindebrief.

Termine

Sep
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So 24.09.2017 10:00 - 11:00

Sep
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Mi 27.09.2017 9:30 - 11:30

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